In allen Klassen Lernzeiten!
Konzepterweiterung in der OGS
Alles unter einem Dach (Stand: 2024)
- Vorwort
Die Sudbrackschule hat als Bielefelder Innenstadtgrundschule ein gemischtes Einzugsgebiet. Es werden zurzeit ca. 370 Schülerinnen und Schüler beschult. Davon besuchen 350 Kinder die Offene Ganztagsschule.
Es sind insgesamt 28 Nationalitäten vertreten. Die größten Migrationsgruppen bestehen aus Kindern türkischer und griechischer Herkunft und Kindern mit irakischem und syrischem Pass. Insgesamt beträgt der Anteil der Kinder aus anderen Herkunftsländern ca. 75%.
Die OGS Sudbrack ist eine wichtige Institution zur Integration für Kinder unterschiedlicher Nationalitäten. Sie unterstützt Familien in ihrem Erziehungsauftrag und ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Durch veränderte Lebenssituationen und veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, ist der Bedarf an einer ganztägigen Betreuung in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Aus der vor 22 Jahren eingeführten Betreuung von 8.00 – 13.00 Uhr wurde die offene Ganztagsgrundschule von 7.00 – 16.30 Uhr. Die Nachfrage der Eltern nach einer ganztägigen Betreuung ihres Kindes ist groß, wie die Zahlen belegen. Daher wurde seit dem Schuljahr 2012/2013 das Platzangebot kontinuierlich ausgebaut. Träger der OGS ist der „Verein Falken und Schule e.V.“
- Übergeordnete Ziele
Der Offene Ganztag an der Sudbrackschule ist ein Ort der Geborgenheit, der Sicherheit, der Demokratie, der Verantwortung und der Solidarität. Er ist neben dem Lebensraum Familie ein wichtiger Lebens- und Erfahrungsraum und ermöglicht Chancengleichheit: Alle Kinder sollen die gleichen Möglichkeiten haben ihre Fähigkeiten und Interessen zu erproben und zu entwickeln. Chancengleichheit bedeutet auch, dass alle Kinder das Recht auf Übung und Unterstützung nach ihren Bedürfnissen haben. „Fördern und Fordern“ ist ein alltägliches Anliegen der pädagogischen Arbeit. Kinder werden herausgefordert, sich zu beteiligen, sich durch vielfältige Angebote zu bilden und sich im Miteinander zu stärken.
Alle Schüler und Schülerinnen der OGS
• erleben Kontinuität und Struktur,
• gehen Beziehungen ein,
• erfahren und respektieren Vielfalt,
• übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere,
• entwickeln Verständnis und Empathie.
Aus Verantwortung für die Kinder soll die OGS den schulischen Bildungs- und
Erziehungsauftrag unterstützen und erweitern. Sie soll in einer sich verändernden
Lebenswelt entwicklungsnotwendige Erfahrungen vermitteln und Familien
unterstützen und entlasten.
Die Leitgedanken der Sudbrackschule finden Berücksichtigung:
- Wir gehen wertschätzend und respektvoll miteinander um.
- Wir fördern und fordern mit Blick auf das Kind.
- Wir treten ein für Vielfalt und Individualität in der Gemeinschaft.
Die Schülerinnen und Schüler verbringen den größten Teil des Tages im Rahmen
der Sudbrackschule und der OGS. Wir sehen Möglichkeiten und Chancen folgende
Schulprogrammziele durch die OGS weiter zu entwickeln und zu verwirklichen:
• Unmittelbare wertschätzende Kommunikation von Mensch zu Mensch
• Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten
• Freisetzung von Kreativität in offenen Lernsituationen und die
• Entwicklung sozialer Kompetenzen
Ein weiterer Schwerpunkt unseres Schulprogramms ist der Aspekt der „gesundheits-
und bewegungsfördernden Schule“, dem sich auch die OGS verpflichtet fühlt.
Wir wünschen uns, dass die Kinder durch verstärkte Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung ihre Identifikation mit der Schule und ihre Bereitschaft zu Eigeninitiative und selbstmotiviertem Lernen verbessern.
Wir möchten den Offenen Ganztag als ein Haus gestalten, in dem Solidarität,
Gleichheit, Geborgenheit, Sicherheit, Verantwortung und Demokratie aktiv
gelebt werden.
- Organisation der OGS
Die offene Ganztagsschule der Sudbrackschule entwickelt sich stetig weiter. Wir unterscheiden nicht mehr zwischen OGS-Klassen. Die Systeme sind seit dem Schuljahr 2023/24 angeglichen.
Die Betreuung findet im Klassenverband statt, in allen Klassen!
In allen Klassen finden Lernzeiten statt!
3.1 Pädagogische Überlegungen
Kinder brauchen Verlässlichkeit, einen Kreis von Erwachsenen, die sie stetig
während ihrer Grundschulzeit begleiten und stützen, Strukturen, die sie kennen und
ihnen Sicherheit vermitteln. Die OGS bietet mit der Durchgängigkeit pädagogischer Prinzipien große Chancen: Kinder können sich beruhigt den verschiedenen Herausforderungen stellen, weil sie sich sicher fühlen. Der Klassenraum ist ihr zweites zu Hause, die Erwachsenen als feste Bezugspersonen
sind zuverlässig für sie da, das Team arbeitet zusammen, Abläufe und Strukturen sind einsichtig und wiederholen sich.
Kinder können im geschützten Klassenkontext Kompetenzen entwickeln, ihr Selbstvertrauen stärken und Fähigkeiten erproben und erweitern. Besondere Fördermaßnahmen und Förderungen können sofort umgesetzt werden. Es gibt keine schriftlichen Hausaufgaben sondern Lernzeiten für die Kinder integriert in den Schultag, in denen sie an ihren aktuellen Aufgaben weiter arbeiten. Methoden zum selbständigen Arbeiten nehmen einen breiteren Raum ein, Anlässe zur Ichstärkung und zu einem demokratischen Miteinander werden gepflegt.
Der Schulalltag beinhaltet mehr Ruhe und Überschaubarkeit: Er wird in An- und Entspannungsphasen eingeteilt. Eine wohltuende Entschleunigung lässt es zu, sich mehr um die individuellen Stärken und Schwächen zu kümmern und Erziehungsprozesse in einen stetigen Rahmen mit Wiederholungen einzubetten. Kinder mit Sprachdefiziten bekommen auch durch die längere Verweildauer in der Schule deutlich bessere Unterstützung.
In der Betreuung im Klassenverband erhalten Kinder individuelle Möglichkeiten, Leistungsansprüchen gerecht zu werden und entsprechende Erfolge für sich zu verbuchen.
Ausstattung
Alle Klassen sind oder werden mit guten Möbeln ausgestattet, die schnell verrückt werden können, wenn es zu unterschiedlichen Platzanforderungen kommt. Jedem Kind steht in diesen neu ausgestatteten Räumen ein auf die individuelle Größe angepasster Stuhl zur Verfügung. Ferner hat jedes Kind ein eigenes Schultaschenfach mit ausreichend Ablagefläche, in dem die Schultasche und weitere Materialien gelagert werden können, so dass die Gewichtsbelastung im Schulranzen für die Schulwege sehr gering ist.
Die Klassen haben eine gemütliche Sitz- und Spielecke mit ausreichend Spielmaterialien. Bastelmaterialien, Stifte, Papiere, Spiele und Bücher sind vorhanden, damit die Kinder sich in freien Zeiten gut beschäftigen können.
Betreuung
Jede Klasse hat neben der Klassenlehrer*in und den Fachlehrkräften eine oder zwei feste pädagogische OGS-Kräfte oder FSJler*innen, die jeden Tag von 11.30 Uhr bis 15 Uhr die Klasse begleitet. Die FSJlerInnen begleiten den Unterricht in der Regel ab 8.30 Uhr. Die Betreuung ist ab morgens 7.00 Uhr im Frühdienst möglich. Zwei bis drei Betreuungskräfte begrüßen die Kinder und machen Spielvorschläge oder Bastelangebote. Häufig werden zwei Räume aufgeschlossen, so dass genügend Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sind. Ab 8 Uhr findet dann der Unterricht im Klassenraum statt.
In den Klassen, in denen nachmittags Unterricht stattfindet, sind die Abholzeiten zwischen 15-16.30 Uhr.
In den Klassen, die nachmittags keinen Unterricht haben, sind die Abholzeiten flexibel von 13.30 Uhr – 16.30 Uhr.
Freitags findet kein Nachmittagsunterricht statt. An diesem Tag können alle Kinder bereits von 13.30 Uhr- 15.00 Uhr von ihren Eltern abgeholt werden. Ab 15 Uhr findet die Betreuung der Kinder in den Klassen, im OGS-Gebäude und/oder auf dem Schulhof statt. Dort können die Kinder bis 16.30 Uhr spielen oder die AG-Angebote besuchen. Freitags kann bei Bedarf ein Platz in der Notgruppe gebucht werden, die bis 16 Uhr geht.
Der Offene Ganztag an der Sudbrackschule ist ein Ort, der durch das Miteinander in
den Räumen und durch die Nutzung der Räume sichtbar macht, was Geborgenheit,
Sicherheit, Demokratie, Verantwortung und Solidarität bedeuten kann:
• anderen helfen und sie unterstützen
• Zutrauen zu sich selbst und zu anderen pflegen
• Einfluss haben und sich als bedeutungsvoll fühlen
• Aufgaben übernehmen
• Mitgefühl und Verständnis zeigen, d.h. gerecht sein im Hinblick auf
unterschiedliche Individuen, Situationen und Bedürfnisse
Am Nachmittag treffen die Kinder in der OGS auf Freunde, die sie den Tag über noch nicht gesehen haben. Das Mittagessen findet im Klassenverband statt. Bevor es zum Mittagessen geht, treffen sich die Kinder mit ihren Betreuer*innen im Sitzkreis und besprechen das Mittagessen. Nach demokratischen Regeln und der wechselnden Leitung durch ein Kind, können Dinge des Alltags besprochen werden. Es wird geplant, die Angebote des Tages kurz dargestellt und manchmal auch der eine oder andere Kummer bearbeitet. So erlebt das Kind Sicherheit und Geborgenheit; nebenbei wird durch die Übersicht, an der sich Kinder beteiligen, die Struktur des Tages verlässlich dargestellt. Insbesondere Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern werden durch die Übernahme der Leitung des Sitzkreises sprachlich herausgefordert und machen beobachtbare Fortschritte.
Auch alle Gruppenräume der OGS sind durch die Qualitätsoffensive des Trägervereins im Jahr 2017
mit neuen Möbeln und Spielsachen ausgestattet worden. Sie haben nun eine
gemütliche Sitz- und Spielecke mit ausreichend Spielmaterial. Bastelmaterialien,
Stifte, Papiere, Spiele und Bücher sind vorhanden, damit die Kinder sich gut
beschäftigen können. Jedes Kind hat ein eigenes Fach, in das die Schultaschen und
Sporttaschen gestellt werden können.
3.2 Mittagessen
Seit dem Schuljahr 2020/21 hat die OGS der Sudbrackschule eine Frischeküche. Angelo Baruffa kocht mit seinem Team ausschließlich für die Kinder der Sudbrackschule. Es schmeckt lecker und ist gesund. Gegessen wird im Klassenverband. Durch das gemeinsame Mittagessen werden Umgangsformen bei Tisch eingeübt. In familiären Kleingruppen übernehmen die Kinder den geordneten Ablauf einer Mahlzeit und erleben die notwendigen Regeln der Höflichkeit und der Rücksichtnahme. Sie werden zur Mithilfe angeregt. Gerne werden Tischdienste und die Gestaltung des Essraumes von Kindern übernommen.
Die Kinder können sich aus zwei Menüangeboten ihr Essen so zusammenstellen, dass es ihnen schmeckt. Es wird darauf geachtet, dass frisches Gemüse und Obst vorhanden ist, dass man sich vegetarisch ernähren kann und dass es viele Kinder gibt, die kein Schweinefleisch essen. Der aktuelle Speiseplan für die Woche ist im Flur des OGS-Gebäudes zum Nachlesen aufgehängt oder auf der Homepage der
Schule einzusehen.
- Fördern und Fordern
Ganztagsschulen sollen die individuelle Förderung der Kinder deutlich verbessern. Die intellektuelle Entwicklung im umfassenden übergreifenden Sinne bedeutet für die Sudbrackschule, dass die intellektuelle Kapazität gefördert und herausgefordert wird. Kinder sollen lernen Probleme zu lösen, Theorien zu entwickeln, Zusammenhänge zu sehen und logisch zu denken.
Die OGS bietet eine weit gespannten Rahmen für Förderinitiativen. Individuelle Lernrhythmen und Zugänge zu verschiedenen Themen und Angeboten werden berücksichtigt. Kinder mit Lernschwierigkeiten können durch zusätzliche Förderangebote unterstützt und gestärkt werden. Aber auch Kinder mit besonderen Begabungen können sich entfalten. Förderung kann nur gelingen, wenn ein am Individuum orientiertes fachliches Angebot gemacht werden kann, und sich das Miteinander als eine gelingende Beziehung darstellen lässt. Zeit zur Aussprache, zur Planung und Auswertung des Handelns sind dafür unablässig.
Das Spielen nimmt in diesem Bereich einen wichtigen Stellenwert ein. Sowohl das freie Spiel mit wechselnden und frei wählbaren Spielpartnern wird gefördert als auch das angeleitete Spiel mit Kindern der Gruppe, wie z.B. Brettspiele. Bei beiden Spielformen lernen die Kinder sich an Regeln zu halten, soziales Miteinander und das Gefühl von Gewinnen und Verlieren auszuhalten. Seit dem Jahr 2017 gibt es die Möglichkeit für die Betreuer/innen der OGS aus einem reichhaltigen Angebot verschiedener Angebotskisten gezielte Förder- und Fordermaßnahmen für Gruppenprojekte oder auch Projekte in Kleingruppen zu initiieren.
4.1 Partizipation
Partizipation ist ein Kinderrecht. Kinder haben ein Recht auf Beteiligung. Sie müssen gemäß ihrer Entwicklung an Entscheidungen ihrer sozialen Lebenswelt beteiligt werden. Gerade im Nachmittagsbereich gibt es viele Möglichkeiten Einfluss auf die Gestaltung im Freizeitbereich der OGS sowie auf das soziale Zusammenleben zu nehmen. Partizipation kann nur gelingen, wenn die Arbeitsbereiche der Erwachsenen mit den Schüler/innen gemeinsamen geplant und gestaltet werden.
Demokratie/Partizipation leben
• fördert Selbst-, soziale, kommunikative Kompetenzen
• festigt die Persönlichkeitsentwicklung
• stärkt die Identifikation mit der Schule und das Zugehörigkeitsgefühl
• trägt zu einem guten Schulklima bei.
Die Schüler/innen sollen kommunikative und Problemlösungskompetenzen anwenden. Sie müssen eigene Argumente mitteilen, Gegenargumente anhören und Kompromisse eingehen, also Respekt vor anderen Meinungen erlernen und anschließend gemeinsame Entscheidungen mittragen. Im Mittelpunkt steht die
Bereitschaft der Erwachsenen den Kindern Einflussmöglichkeiten zu gewähren. Nur mit dieser Haltung kann Partizipation gelingen. Zwischen allen Beteiligten muss ein echter Dialog entstehen, in dem die Kinder als gleichwertige Gegenüber gesehen werden, sodass sich glaubwürdige Beteiligungsformen in der Schule entwickeln können.
Neu eingerichtet wurde im September 2017 das Schülerparlament. Die Klassen bilden im Nachmittagsbereich ein Schüler/innen-Parlament. Dieses setzt sich für die Bedürfnisse der Schüler/innen ein. In jeder Klasse werden zwei Kinder ausgewählt, die an dem Schülerparlament teilnehmen. Aus diesem Pool von Schülern werden wiederum zwei Kinder ausgewählt, die als Sprecher/innen des Parlaments fungieren. Das Schülerparlament trifft sich einmal im Monat zu einer Sitzung, die von den beiden Sprechern geführt wird.
In der Parlamentssitzung geht es u. a. um die erarbeiteten Vorschläge der Klassen und um die Ideen der Wunschlisten und Briefkästen. In den Sitzungen werden aber auch eigene Ideen erarbeitet.
Vor dem Teamraum im Hauptgebäude gibt es einen Briefkasten, der regelmäßig von den Schülersprecher*innen geleert wird. Er dient der Mitbestimmung. Der Briefkasten ist ein niedrigschwelliges, leicht umzusetzendes Instrument, um Partizipation für alle Schüler/innen greifbar zu machen: Jede/r kann
seine Ideen, Wünsche und/oder Kritik direkt einbringen. Mindestens einmal in der Woche wertet jede Gruppe die Briefe und die Wunschliste im Gruppenkreis aus. Die gewählten Vertreter/innen nehmen aus allen Klasse die gesammelten Anregungen mit in die Parlamentssitzung. Auch die OGS-Leitung hat einen Briefkasten. Dort können von allen Kindern Wünsche, Ideen für das Motto des Monats und Kritik gesammelt werden. Der Briefkasten wird im Vorfeld der Parlamentssitzung ausgewertet und alle Anregungen werden anschließend besprochen.
4.2 Arbeitsgemeinschaften (AGs)
In jedem Halbjahr gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen außerunterrichtlichen Bildungs- und Lernangeboten im Nachmittagsbereich. Diese Arbeitsgemeinschaften (AGs) starten jeden Tag ab 15 Uhr.
Eltern und Kinder messen den Arbeitsgemeinschaften eine hohe Bedeutung zu. Die AGs sind nach einer „Schnupperzeit“ in der Regel über ein halbes Jahr verpflichtend. Das kann hin und wieder zu Unlustgefühlen bei den Kindern führen. Trotzdem werden die Kinder ermuntert, weiterhin zu der gewählten AG zu gehen:
„Schule und außerschulische Angebote bewegen sich im Spannungsfeld von Freiwilligkeit und Pflicht. Der Charakter der Freiwilligkeit muss bei den Angeboten der kulturellen Bildung gewahrt bleiben. Kinder und Jugendliche müssen jedoch lernen, dass sie mit der Entscheidung für eine Teilnahme auch Verbindlichkeiten eingehen, die für einen vereinbarten Zeitraum gelten.“
(aus: Schule NRW, Februar 2007, Dr. Norbert Reichel, MSW, Referat Ganztagsschule, Schule und Kultur)
AGs aus dem sportlichen Bereich fördern die Koordination, die Gehirntätigkeit wird angeregt, das gemeinsame Spiel und der Mut gefördert. Im musischen Bereich wird z.B. die Konzentrationsfähigkeit gefördert und die Notwendigkeit des Übens liegt auf der Hand! Alle aktuellen AG-Angebote können auf der Homepage der Schule eingesehen werden.
- Elternarbeit
Zur Partizipation und Information von Eltern werden regelmäßig Informationsabende mit Einführungen, Elternabenden, Aktionen usw. durchgeführt. Elternvertreter sind Mitglieder im Trägerverein, in dem sie ein Mitspracherecht haben. Ferner haben Eltern selbstverständlich die Möglichkeit, mit den Betreuern Gespräche zu führen. Wenn es sich um kleine Anliegen handelt, können diese Gespräche informell z.B. beim Abholen geführt werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit über die Leitung der OGS einen Termin mit den Betreuer/innen zu vereinbaren. Es werden auch immer wieder die Kompetenzen der Eltern erfragt, um sie im Sinne der OGS zu nutzen.
- Evaluation
Regelmäßige Evaluationen sind wichtiger Bestandteil qualitativ hochwertiger Arbeit. Auch im pädagogischen Bereich sind sie unerlässlich.
6.1 Regelmäßige Teamsitzungen zur Reflexion der Arbeit und der Qualität an
der OGS
Seit mehreren Jahren gibt es regelmäßige und verbindliche Formen der Zusammenkünfte. Alle 14 Tage treffen sich alle Mitarbeiter/innen der OGS zu einer verbindlichen Dienstbesprechung. In diesen Besprechungen wird der pädagogische Alltag reflektiert, werden Arbeitsschwerpunkte geplant und organisatorische Absprachen getroffen, schulische und OGS-relevante Informationen weitergegeben
und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern in Sinner einer kollegialen Fallberatung besprochen.
Ziel der regelmäßigen Dienstbesprechungen ist es auch, die unterschiedlichen Identitäten und spezifischen Kompetenzen der Mitarbeiter/-innen bewusst zu machen und sie für die Gesamtentwicklung des Teams zu nutzen. Die Leitung der Sitzungen mit Zeitwächter und Protokollant rotieren innerhalb aller Mitarbeiter/innen. Diese Gesprächs- und Verabredungskultur führt zu einem intensiven Miteinander, zu einem besseren Verständnis, aber auch zu mehr Verantwortlichkeit. Angesprochen und durchgeführt werden praktische Formen der Partizipation von Kindern durch Einbindung bei wichtigen Entscheidungen.
6.2 Zusammenarbeit Kollegium und Mitarbeitende der OGS in der Sudbrackschule
Die Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen ist unerlässlich. Es gibt einen regelmäßigen Austausch nach Bedarf. Einmal im Jahr führen die OGS und Schule einen gemeinsamen pädagogischen Tag durch, der zum großen Teil dafür genutzt wird, in einen ausführlichen Austausch zwischen allen Berufsgruppen zu kommen.
Die Leitung der OGS nimmt an den pädagogischen Konferenzen teil. Wenn sie verhindert ist, schickt sie eine Vertretung. Andersherum nehmen eine Lehrkraft der Schule und die Schulleitung regelmäßig an den Dienstbesprechungen in der OGS teil. So ist ein regelmäßiger kommunikativer Austausch zwischen allen pädagogischen Bereichen der Schule gesichert.
Es gibt eine Lehrkraft der Schule, die mit 5 Stunden für die OGS zuständig ist. Diese 5 Stunden umfassen Teilnahme an Dienstbesprechungen, Besprechungen mit der OGS Leitung, Konzeptentwicklung, Ansprechpartnerin für alle Mitarbeitenden, Teilnahme an den OGS-Elternabenden, Evaluation von bestehenden Konzepten und deren Weiterentwicklung. Die Lehrkraft wird in ihrem Aufgabenfeld von der Schulleitung unterstützt.
Im 14 tägigen Rhythmus finden Leitungstreffen statt. Die OGS-Leitung trifft mit der Schulleitung wegweisende Absprachen. Dabei hat die Schulleitung die pädagogische Gesamtverantwortung. Während der Lernzeiten arbeiten Lehrkräfte mit dem Betreuungspersonal im Team.
Die freiwillige und selbst verantwortete Kooperation von mehreren Professionen in einem gemeinsamen Konzept von Bildung, Erziehung, Förderung und Betreuung ist ein hoher Anspruch – Alles unter einem Dach!
6.3 Befragungen
In den letzten Jahren wurden verschiedene Evaluationen im Bereich der OGS durchgeführt. So gab es nach Einführung der RGS-Klassen im Schuljahr 2012/13 eine Befragung bei den Eltern zur Betreuungssituation in den OGS-Gruppen und im Vergleich dazu in der RGS-Gruppe. In beiden Systemen gab es positives Feedback. Zu erkennen war die Elternwahrnehmung, dass die Betreuung in der RGS Klasse noch intensiver erscheint.
Ferner wurden im Jahr 2013 die Lehrkräfte zur Zusammenarbeit mit den Betreuer/innen der OGS und die Betreuer/innen zur Zusammenarbeit mit den Lehrkräften befragt. Die Antworten zeigten ein insgesamt positives Bild mit verbesserungswürdigen Stellen. Vor allem wurde die mangelte Zeit für einen regelmäßigen Austausch kritisiert. Es wurden seitdem verschiedene Modelle getestet, von denen sich drei als die momentan praktikabelsten erwiesen: die Weiterentwicklung aller Klassen mit festen Teams, die gemeinsam die pädagogischen Prozesse begleiten und durch die zeitlich gleiche Tätigkeit in engem räumlichen und somit kommunikativen Kontakt stehen. Die Problematik dabei ist, dass die Betreuungszeiten additiv aufeinanderfolgen: Wenn die Lehrkräfte ihren Unterricht beendet haben, fangen die OGS-Mitarbeiter/innen an zu arbeiten. Die dritte Lösung, die sich bewährt hat, ist die Einführung
des gemeinsamen pädagogischen Tages, an dem viel Austausch stattfindet.
Im Jahr 2016 gab es eine Leitungsevaluation innerhalb des Systems OGS. Diese Leitungsevaluation wird regelmäßig durchgeführt. Im Jahr 2017 wurde die Qualitätsoffensive OGS gestartet. Der Geschäftsführer des Trägervereins und der Schulpflegschaftsvorsitzende als 2. Vorsitzender des Vereins haben ausführliche Mitarbeitergespräche geführt mit dem Ziel, die pädagogische Arbeit zu verbessern. Aus diesen Gesprächen resultierten verschiedene Fortbildungsmaßnahmen und die Ausstattungsverbesserung der Räumlichkeiten und Materialien. Im Jahr 2017 wurden die Kinder und Eltern der RGS-Klassen zum Lernbegleiter „Kleiner Sudbracker“ befragt. Es gab durchweg positive Rückmeldungen, so dass der Lernbegleiter nun auch als Hausaufgabenbegleiter in allen Klassen installiert wurde.
- Fortbildungen
Regelmäßige Fortbildungen gehören zum Standard der OGS. Dazu zählt die Auffrischung der Rettungsfähigkeit mit dem Wissen, welche Maßnahmen bei Unfällen mit Kindern durchzuführen sind. Diese Fortbildung findet alle zwei Jahre statt.
Alle nicht primär pädagogisch geschulten Betreuer/innen der OGS wurden verpflichtet an der Juleica-Schulung des Kooperationspartners „Die Falken“ teilzunehmen. Ferner wurde durch den gleichen Anbieter eine sehr gut angenommene mehrtägige Fortbildung zum Thema Teamentwicklung durchgeführt. In den Sommerferien 2017 und 2018 werden jeweils dreitägige verbindliche Fortbildungseinheiten mit externer Moderation zu den Themen Rollenklärung, Analyse, Elternarbeit, Konfliktmanagement und kollegiale Fallberatung durchgeführt.

